Sozial Engagiert: Eine Erfolgsgeschichte über Anna

Die 17-Jährige Anna redet sehr gerne und viel. Was ihr gar nicht gefällt ist der Stillstand - nicht in Bewegung, sondern ruhig und zurückhaltend zu sein. Genau das wird sie aber während der Sozialen Lerntagen im Gut Stichelsdorf erleben: Natur, Entschleunigung und zudem noch einen Einblick in das freiwillige Engagement.

Es ist Montagmorgen - auf dem Gut Stichelsdorf ist es noch ganz still, nur von Weitem ist leise die Autobahn zu hören. Gemächlich läuft dann aber allmählich eine kleine Gruppe von Schüler*innen über den Gutshof. Wer sofort auffällt ist die lautstark redende Anna - alles wird kommentiert und gemeinsam im Stuhlkreis still sitzen wird nur zähneknirschend von Ihr akzeptiert. Schon im Vorbereitungsworkshop erzählt Sie aber, dass Sie sich sehr auf die Sozialen Lerntage freut.

Bei der Führung über den Gutshof, die Mitarbeiter Rico Drochner durchführt, ist Sie sofort fasziniert - überall gibt es etwas zu entdecken, es werden bereits Pläne für die Woche gemacht. Besonders die drei Kaninchen begeistern Sie sofort. Sie kann kaum noch aufhören Fragen zu stellen und auch Ihre Klassenkamerad*innen lassen sich ein wenig von diesem Enthusiasmus anstecken.

Zur Mitte der Woche stehen in erster Line Gartenarbeiten auf dem Plan. Dazu gehören Rasen mähen, das Unkraut in den Gewächshäusern zu entfernen und altes Gebüsch zu entsorgen. Anna ist natürlich mittendrin und
berichtet stolz: „Heute haben wir Unkraut gezupft und gestern haben wir den Hasenstall geputzt und die Bank gebaut“. Sie wirkt gelöst und erzählt direkt wer aus der Gruppe, welche Aufgaben übernommen hat und ganz wichtig - wie es den Kaninchen geht!

„Anna geht jeden Morgen zu den Kaninchen und guckt, wie es denen geht, sie hat ja selber Kaninchen. Einen Tag in der Woche haben wir auch den kompletten Kaninchenstall saubergemacht, das heißt Sie ist dann auch
reingegangen, denn sonst sitzt sie immer nur davor und füttert, so durfte sie auch mal reingehen und die Tiere streicheln und dann hat sie mit ausgemistet, wir haben die Löcher wieder zu gemacht, also
den Tieren geht’s jetzt wieder gut.“, berichtet Rico Drochner und schmunzelt dabei. Währenddessen ist Anna schon wieder bei Ihren Mitschüler*innen im Gewächshaus und wuselt zwischen den Tomaten und Gurkenpflanzen umher. Auf die Frage, ob Sie noch etwas erzählen möchte antwortet sie „Nein, ich möchte jetzt Unkraut weiter zupfen“

Die zwei Wochen sozialen Engagements auf dem Gut Stichelsdorf haben bei Anna und ihren Mitschüler*innen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Natürlich sind nicht alle Aufgaben immer so spannend, wie Anna am
Ende der Woche feststellt: „Mir gefällt es hier auf dem Gut Stichelsdorf sehr gut, außer das Unkraut - das gefällt mir nicht so gut“. Doch die Rückmeldungen sind insgesamt sehr positiv – das Gefühl etwas geschafft zu haben und etwas Gutes getan zu haben empfinden die Schüler*innen - sowie auch Anna sehr deutlich. Im Gespräch erzählt sie, dass sie es sich auf jeden Fall vorstellen kann, nach den zwei Wochen, noch mal zum Gut zu kommen und mitzuhelfen – denn: „Ich komme gerne hier her“ sagt Sie voller Überzeugung.

Anna
BVJ Schülerin